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Edelkrebs (Astacus astacus)

Autor P. Dehus
Allgemeines, Lebensweise

© R. Berg

Der Edelkrebs ist die größte einheimische Krebsart. Die Männchen können bis 20 cm lang werden, Weibchen bleiben kleiner. Bevorzugte Gewässer sind größere Bäche bis hin zu kleineren Flüssen sowie Seen und Weiher. Wie die meisten Krebsarten ist auch der Edelkrebs überwiegend nachtaktiv. Über Tag versteckt er sich in Höhlen, die er sich im lehmigen Uferbereich gräbt. Die jungen Krebse finden sich oft zwischen Wasserpflanzen, die sie zur Nahrungsaufnahme abweiden.

Verbreitung

Edelkrebse kommen nur noch selten in unseren Gewässern vor. Früher war er im Rhein, im Neckar und in den Gewässern Oberschwabens verbreitet; auch in der Donau wurde er regelmäßig gefangen. Heute beschränken sich die Vorkommen nur noch auf wenige Gewässer. Zusammenhängende Populationen existieren nicht mehr. Die wenigen bei uns vorhandenen Bestände gründen sich fast ausnahmslos auf Besatzmaßnahmen. Derzeit wird versucht, den Edelkrebs besonders im oberschwäbischen Raum verstärkt wiederanzusiedeln.

Gefährdung Die im letzten Jahrhundert aus Nordamerika eingeschleppte Krebspest hat viele mitteleuropäische Edelkrebs-Bestände hinweggerafft; der Erreger dieser Seuche ist der Pilz Aphanomyces astaci. Heute existieren bei uns keine zusammenhängenden Edelkrebs-Populationen mehr. Weitere Gründe für das Verschwinden von vielen Beständen waren die Eutrophierung der Seen in den sechziger Jahren und die Nutzungsänderungen an vielen Weihern. Durch die mangelnde Kenntnis und das Desinteresse gerieten unsere einheimischen Edelkrebse langsam in Vergessenheit.
Schutzmög- lichkeiten

Wiederansiedlungen von Edelkrebsen sind heute nur noch im begrenzten Maße möglich. Die großen Flüsse scheiden hierfür aus, da dort der amerikanische Kamberkrebs vorkommt. Generell dürfen im weiteren Umkreis keine fremden, exotischen Flusskrebse vorkommen. Verschiedene Edelkrebs- oder Steinkrebs-Bestände sollten keinesfalls miteinander vernetzt werden; ein Krebssterben, das vielleicht in einer kleineren Population durch die Krebspest ausgelöst wurde, könnte sich dann schnell zu einer verheerenden Seuche entwickeln. Die besten Ansiedlungsmöglichkeiten bestehen derzeit immer noch in Weihern. Die Gewässer sollten einen möglichst dichten Pflanzenbestand haben und im Uferbereich Strukturen aufweisen, die von den Edelkrebsen zum Versteck oder zum Bau von Höhlen genutzt werden können. Außerdem dürfen keine Aale vorkommen, und der Bestand an Barschen oder anderen Raubfischen sollte gering sein.

Einzelne Edelkrebs-Bestände haben bei uns inzwischen eine beachtliche Größe erreicht, die eine Nutzung nahe legt. Ein gezieltes Bestandsmanagement in den dafür geeigneten Gewässern könnte daher ein weiterer Schritt zur dauerhaften Sicherung einheimischer Edelkrebse sein.

In der Landesfischereiverordnung Bad.-Württ. ist ein Schonmaß von 12 cm festgesetzt, gemessen von der Spitze des Kopfpanzers bis zum Ende des Schwanzes bei flach ausgelegtem Hinterleib. Die Schonzeiten wurden für die Weibchen vom 1.10.-10.7. und für die Männchen vom 1.10.-31.12. festgelegt.