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Galizierkrebs (Astacus leptodactylus)

Autor P. Dehus
Allgemeines, Lebensweise

© R. Berg

Galizierkrebse werden vor allem als Speisekrebse nach Deutschland importiert. Die Krebse kommen überwiegend aus der Türkei und dem Iran. In der Vergangenheit wurden sie teilweise gezielt in stehende Gewässer eingesetzt. Der Galizierkrebs erreicht eine Länge von etwa 20 cm und wird damit ebenso lang wie der Edelkrebs.

Verbreitung

Der Galizierkrebs nimmt unter den eingeschleppten Arten eine Sonderstellung ein, da er eine europäische Art ist und damit ebenfalls durch die Krebspest bedroht ist. Er wird nur in wenigen Gewässern gefunden, in die er in der Regel als Ersatz für den Edelkrebs eingesetzt worden war. Ein Verbreitungsschwerpunkt in Baden-Württemberg sind die Seen und Weiher in Oberschwaben. Im Bodensee existiert schon seit relativ langer Zeit ein Bestand, der aber nicht gezielt genutzt wird.

Bedrohungs- potential für einheimische Arten

Der Galizierkrebs ist als europäische Art ebenfalls durch den Krebspest-Erreger gefährdet. In Osteuropa und Kleinasien haben Ausbrüche der Krebspest in den letzten Jahren zu erheblichen wirtschaftlichen Verluste geführt.

Von den vorhandenen Populationen gehen derzeit für unsere einheimischen Flusskrebse keine Gefahren aus. Der Galizierkrebs sollte aber auch nicht weiter verbreitet werden. Vorhandene Bestände könnten vielfach stärker genutzt werden. Als nicht einheimische Art hat er gemäß Landesfischereiverordnung Bad.-Württ. keine Schonzeit und kein Schonmaß.