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Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus)

Autor P. Dehus
Allgemeines, Lebensweise © R. Berg

Stark propagiert wurde in den sechziger und siebziger Jahren der Signalkrebs, eine amerikanische Art. Zuerst nach Skandinavien eingeführt gelangte er von dort über den Handel und einige Fischzüchter zu uns.

Signalkrebse erreichen eine Gesamtlänge von mehr als 15 cm; damit zählen sie zu den größeren Flusskrebs-Arten. Er besiedelt bei uns inzwischen kleinere Flüsse und stehende Gewässer. In Europa spielt der Signalkrebs auf dem Speisekrebsmarkt eine verhältnismäßig wichtige Rolle; er erreicht aber bei weitem nicht die Preise, die für Edelkrebse gezahlt werden.

Verbreitung

Der Signalkrebs kommt in Baden-Württemberg nur in wenigen Gewässern vor. Signalkrebse werden bei uns immer wieder im Aquarienhandel und auf dem Speisekrebsmarkt angeboten. Möglicherweise gründen sich einige Vorkommen in Baden-Württemberg auf das Einsetzen solcher Tiere. Durch das Fischereigesetz ist ein Besatz unserer Gewässer mit nicht heimischen Arten untersagt.

Bedrohungs- potential für einheimische Arten

Wie alle amerikanischen Arten können Signalkrebse leicht den Krebspest-Erreger übertragen. Aus Deutschland sind Beispiele bekannt, dass eingesetzte oder aus Zuflüssen eingewanderte Signalkrebse zum Verschwinden von Edelkrebsen geführt haben.

Sind die Signalkrebse mit dem Krebspest-Erreger infiziert, dann erkranken in natürlichen Beständen bei geringer Bestandsdichte nur wenige Tiere. In Zuchten kann aber die Krebspest zum Ausbruch kommen und Bestandseinbrüche mit erheblichen Ausmaßen verursachen. Zu einem vollständigen Ausfall kommt es aber nie, und die überlebenden Tiere scheiden dann weiterhin die Sporen des Erregers aus. Das Fischereigesetz verbietet deshalb einen Besatz natürlicher Gewässer mit dem Signalkrebs.

Oft werden lebende Signalkrebse als Speisekrebse angeboten. Dabei besteht die Gefahr, dass aus falsch verstandener Tierliebe einzelne Krebse gekauft und in nahe gelegene Gewässer ausgesetzt werden.