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Roter Amerikanischer Sumpfkrebs (Procambarus clarkii)

Autor P. Dehus
Allgemeines, Lebensweise © R. Berg

Die Heimat der Roten Sumpfkrebse ist der Süden Nordamerikas. Nach Europa gelangte er Anfang der siebziger Jahre, als Spanien die ersten Krebse dieser Art importierte. Dort und in Frankreich besiedeln sie inzwischen zahlreiche Gewässersysteme in den Ebenen der großen Flüsse. In Deutschland und der Schweiz kommen sie bisher nur vereinzelt in abgeschlossenen Gewässern vor.

Der weltweite Markt an Speisekrebsen wird vom Roten Sumpfkrebs beherrscht. Die USA und China sind die Hauptproduzenten, die aber meistens weiterverarbeitete Produkte wie Krebsfleisch verkaufen und weniger mit lebenden Krebsen handeln. Bei uns kämen wahre Kenner von Flusskrebsen nie auf die Idee, in einem Restaurant Rote Sumpfkrebse zu bestellen und mit Genuss zu verzehren.

Bei uns werden die Roten Sumpfkrebse vor allem im Aquarienhandel unter Phantasienamen wie "Süßwasserhummer" oder "Florida-Lobster" angeboten. Aquarianer setzen manchmal die Tiere aus Unkenntnis über die damit verbundenen Gefahren aus.
Verbreitung Aus Baden-Württemberg sind nur vereinzelte Vorkommen vom Roten Sumpfkrebs bekannt.
Bedrohungs- potential für einheimische Arten

Auch der Rote Sumpfkrebs überträgt Aphanomyces astaci, den Erreger der Krebspest. Infizieren ausgesetzte Aquarienkrebse damit einheimische Flusskrebse, kommt es unweigerlich zu dramatischen Krebssterben.

Neben dem verbotenen Aussetzen in offene Gewässer stellen die Flusskrebse, die in zunehmendem Maße in die vielen Gartenteiche eingesetzt werden, eine fast noch grö-ßere Gefahr dar. Krebse sind sehr gut dazu in der Lage, eine weite Strecke über Land zurückzulegen. Gartenteiche sind oftmals völlig ungeeignet für Flusskrebse, und die Tiere verlassen konsequent Gewässer, die ihnen nicht zusagen. In letzter Zeit häufen sich glaubwürdige Zeitungsberichte, nach denen Flusskrebse auf Straßen inmitten von Ortschaften gesichtet wurden. Diese Tiere stammen mit Sicherheit aus Gartenteichen. Exotische Arten dürfen auf keinen Fall in diese Teiche eingesetzt werden; wenn das Gewässer für Flusskrebse geeignet erscheint, können einheimische, aus Zuchten stammende Edelkrebse eingesetzt werden.