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Kalikokrebs (Orconectes immunis)

Autor P. Dehus

Allgemeines,
Lebensweise

© S. Blank

Der Kalikokrebs wurde erst vor wenigen Jahren bei uns entdeckt. Zunächst war nur ein Vorkommen aus einem Gewässer der Rheinniederung bei Kehl südlich von Karlsruhe bekannt. Ein genaueres Nachsuchen und Nachfragen ergaben, dass er in einigen weiteren Gewässern in der Nähe des ersten Fundortes vorkommt. Weitere Untersuchungen haben inzwischen ein recht gutes Bild seiner aktuellen Verbreitung, seiner bevorzugten Habitate und seines Verhalten erbracht.

Die Heimat des Kalikokrebses ist Nordamerika. Möglicherweise wurde er über den Aquarienhandel bei uns eingeführt und dann ausgesetzt.

Kalikokrebse erreichen ein Gesamtlänge von ca. 8–9 cm. Mit etwa 5 cm werden sie geschlechtsreif. Unter unseren klimatischen und gewässerspezifischen Bedingungen schlüpft die Brut im späten Frühjahr, und zumindest ein Teil der Krebse kann bereits im 1. Jahr geschlechtsreif werden.

Kalikokrebse bevorzugen schlammiges Substrat, können aber auch steinigen Untergrund erfolgreich besiedeln. Ein eventuelles Austrocknen von Gewässern oder Gewässerteilen kann die Art gut überstehen, indem sie tiefe Höhlen gräbt und darin in feuchter Umgebung die Trockenperiode überdauert.

Verbreitung

Der Kalikokrebs kommt im Rhein etwa von Kehl bis Speyer und in angrenzenden Seitengewässern vor. Damit breitet sich diese Flusskrebsart derzeit im Rhein ausschließlich in nördliche Richtung, also flussabwärts aus. Bisher gibt es keine Anhaltspunkte auch für eine süd- und damit flussaufwärts gerichtete Ausbreitung. Ähnlich wie der Kamberkrebs scheint er nicht in die schnellfließenden Bäche des Schwarzwaldes vorzudringen. Einzelne Vorkommen aus Schwarzwaldgewässern sind auf ein Aussetzen von Tieren zurückzuführen.

Bedrohungs- potential für einheimische Arten

Der Kalikokrebs kann, wie alle amerikanischen Flusskrebs-Arten, Aphanomyces astaci, den Erreger der Krebspest, übertragen, ohne daran selbst unter normalen Bedingungen ernsthaft zu erkranken. Darüber hinaus ist er gegenüber anderen bei uns vorkommenden Flusskrebs-Arten recht aggressiv. Treffen in einem Gewässer Kalikokrebse auf Flusskrebse einheimischer Arten, werden unsere einheimischen Flusskrebse keine große Überlebenschance haben. Kalikokrebse dürfen daher auf keinen Fall weiter verbreitet werden. Insbesondere dürfen sie auch nicht, wie bei Roten Amerikanischen Sumpfkrebsen oft zu beobachten, in Gartenteiche eingesetzt werden; von dort können sie allzu leicht entkommen und zu Gewässern gelangen, die in der Nähe liegen.