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Fachforum Forellenzucht 23. November 2015

Wiederbelebung des Fachforums für Forellenzüchter wartet mit vielfältigem Programm auf – Effizienz und umweltschonende Produktion stehen im Vordergrund der eintägigen Veranstaltung

Die Fischereiforschungsstelle Langenargen, eine Außenstelle des landwirtschaftlichen Zentrums Baden-Württemberg in Aulendorf, lud am 23.11.2015 zu einer Informationsveranstaltung  zum Thema Forellenzucht an den Bodensee, der Einladung folgten zahlreiche interessierte Fischzüchter aus dem ganzen „Ländle“.  Herr Dr. Alexander Brinker, Leiter der Fischereiforschungsstelle, eröffnete das Fachforum und führte anschließend durchs Programm. Als Vertreter des Ministeriums für ländlichen Raum (MLR) betonte Fischereireferent Peter Dehus in seinem Grußwort die außerordentliche Bedeutung der Fischzucht in Baden-Württemberg für die Region und für Deutschland und machte klar, dass der Ausbau der nachhaltige Fischzucht, wie sie in Baden-Württemberg betrieben wird, ein erstrebenswertes Ziel ist.

Den Anfang bei den Fachvorträgen übernahm Frau Dr. Bettina Schletz vom Fischgesundheitsdienst in Aulendorf. Sie gab einen Überblick der aktuellen Fischseuchenproblematik in Baden-Württemberg und erläuterte die Vorteile der Prophylaxe bakterieller Fischkrankheiten durch Impfungen.

Dr. Tobias Lasner vom Thünen-Institut in Hamburg stellte im Anschluss ein Projekt vor, das darauf zielt, Wirtschaftlichkeit und Produktivität von Forellenmasten international zu bewerten. Erste Ergebnisse im europäischen Vergleich bescheinigen der baden-württembergischen Fischzucht eine hervorragende Wettbewerbsfähigkeit.

Herr Schumann von der Fischereiforschungsstelle nahm sich in seinem Vortrag der ökologischen Bewertung der Fischzucht im Kontext der tierischen Nahrungsmittelproduktion an und veranschaulichte die Vorzüge der Fischerzeugung hinsichtlich Rohstoff- und Energieeffizienz.

Zum Abschluss des ersten Teils der Vortragsreihe berichtete  Dr. Alexander Brinker über eine völlig neue Methode zur Entfernung von Kotpartikeln in der Fischzucht. Ins Futter eingemischter Kork sorgt für Auftrieb der Fischausscheidungen. Die simple und schnelle Entnahme des schwimmenden Kotes zeigte große Vorzüge nicht nur im Labor sondern auch unter praxisnahen Bedingungen in einer Forellenzucht.

Nach einer Stärkung und ausreichend Zeit für den fachlichen und persönlichen Austausch referierte Dr. Roland Rösch über die Entwicklung der Forellenproduktion in Deutschland und Europa der letzten 10 Jahre. Während in vielen Ländern Wachstum zu verzeichnen ist, tritt die Erzeugung in Deutschland auf der Stelle. Er wies gleichzeitig auf die Tücken der statistischen Erhebung hin, die teilweise ein verzerrtes Bild wiedergibt.  

Dr. Jan Baer, ebenfalls von der Fischereiforschungsstelle, berichtete in seinem Vortrag über die Möglichkeiten der Erzeugung des heimischen Bodenseefelchens. Erste Erfolge konnten im Rahmen eines Projektes bereits erzielt werden, allerdings ist noch ein weiter Weg zu gehen, bis eine wirtschaftliche Erzeugung  realistisch sei, schlussfolgerte er, betonte aber auch die Machbarkeit.  

Herr Preiß vom Ministerium für ländlichen Raum schloss den zweiten und letzten Teil des Forums mit seinem Vortrag über Fördermöglichkeiten der heimischen Aquakultur aus dem Europäischen Meeres-und Fischereifonds (EMFF).

Die Veranstaltung endete mit einer Abschlussdiskussion, Interessierte konnten im Anschluss die hauseigene Kreislaufanlage der Fischereiforschungsstelle besichtigen.

 

 

Fachvorträge

Vortragsprogramm Teil I – Vormittag

Aktuelles vom Fischgesundheitsdienst (FGD BW)
Internationaler Vergleich von Produktionssystemen in der Forellenwirtschaft (Lasner, TI Hamburg)
Der ökologische Fußabdruck der Fischzucht (Schumann, FFS)
Effiziente Schwebstoffentnahme in der Fischzucht durch Schwimmkot (Brinker, FFS)

Vortragsprogramm Teil II – Nachmittag

Entwicklung der Forellenproduktion in Deutschland und Europa in den letzten 10 Jahren (Rösch, FFS)
Einführung von Felchen in die Aquakultur (Baer, FFS)
Fördermöglichkeiten EMFF (Preiß, MLR)
Abschlussdiskussion (Brinker, FFS)

 

Fotos

Der Fischereireferent des Landes, Herr Dehus, beim Grußwort
Der Fischereireferent des Landes, Herr Dehus, beim Grußwort
Fachvortrag ökologischer Fußabdruck der Fischzucht
Fachvortrag ökologischer Fußabdruck der Fischzucht
Erfahrungsaustausch der Fachreferenten Dr. Lasner und Dr. Brinker
Erfahrungsaustausch der Fachreferenten Dr. Lasner und Dr. Brinker