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Projekt
Habitatwahl von Fischen und ökotoxikologische Untersuchungen in einem renaturierten Bereich der Donau

Projektleitung

Dussling, U.

Projektbearbeitung

Morawetz, K.

Kooperationspartner

Universität Tübingen (Institut für Physiologische Ökologie der Tiere)

Laufzeit

1.5.2012 - 15.10.2012

Ausgangslage

Fischpopulationen stellen verschiedene Bedürfnisse an ihre Umwelt und sind daher von vielen Faktoren der Umwelt abhängig. Diese Faktoren werden von der Abundanz der einzelnen Fischarten widergespiegelt. Wichtige Faktoren, die das Vorkommen von Fischen beeinflussen, sind die Qualität der Habitate, des Sediments und des Wassers.
Die Probestellen liegen in einem angebundenen Restwasserabschnitt der Donau nahe Erbach. Obwohl dieser Abschnitt das Ergebnis anthropogenen Einflusses ist, ist er reich an vielen verschiedenen Habitatstrukturen. Ein genügend hoher Mindestwasserabfluss ermöglicht im ursprünglichen Mutterbett des Fließgewässers die Formung von typischen dynamischen Prozessen.

Ziel

Im Zuge dieser Arbeit soll die Mikrohabitatwahl von verschiedenen Fischarten der Donau dargestellt werden. Die Probestellen repräsentieren verschiedene Habitattypen, die bezüglich ihrer Habitatstruktur und der Abundanz der einzelnen Fischarten beschrieben werden. Wir erwarten Zusammenhänge zwischen dem Habitattyp und der Abundanz der einzelnen Fischarten aufzuzeigen. Ferner kann somit indirekt geprüft werden, ob viele verschiedene Habitatstrukturen zu einer hohen Fischartendiversität führen.
Ergänzend werden Fische als Bioindikatoren für hydrochemische Belastungen verwendet. Dazu wird die Wasser- und Sedimentqualität mit ökotoxikologischen Tests überprüft.

Arbeitsschritte

Verschiedene Probestellen werden bezüglich ihrer Mikrohabitatstruktur eingegrenzt und definiert. Wichtige Mikrohabitatstrukturen sind beispielsweise die Wassertiefe, Fließgeschwindigkeit und die Verteilung der Korngrößen. Zusätzlich werden Tiefen- und Fließgeschwindigkeitsprofile aufgenommen. Die entsprechenden Abundanzen der einzelnen Fischarten werden durch Elektrobefischungen erhoben. Fische werden auf die Art bestimmt und ihre Totallänge gemessen. Eine zumindest dreimalige Wiederholung der Elektrobefischungen an den Probestellen soll die erwarteten Varianzen glätten.
Um die Wasser- und Sedimentqualität überprüfen zu können, werden drei ökotoxikologische Methoden angewendet. Die Kondition der Leber, als ein wichtiger Indikator für die Fischgesundheit von wilden Fischen, wird histopathologisch bewertet. Die Wasser- und Sedimentqualität wird durch den etablierten Fischeitest DarT untersucht. Ergänzend dient eine Stressproteinanalyse der Embryonen des Zebrabärblings als Biomarker für proteotoxisches Potential.