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Projekt
PKD in Baden-Württemberg - Verbreitung, Auswirkungen, Handlungsoptionen

Projektleitung

Dr. Albert Ros

Projektbearbeitung

Dr. Albert Ros

Gefördert durch

Fischereiabgabe

Laufzeit

1.07.2016 - 30.06.2021

Ziel

Ziel des Projekts ist die Erarbeitung eines Maßnahmekatalogs zur fischereifachlichen Eindämmung einer hauptsächlich bei Bachforellen (Salmo trutta), aber auch Äschen (Thymallus thymallus) und Lachsen (Salmo salar) auftretende Erkrankung der Niere, die PKD (Proliferative Kidney Disease). Diese Nierenerkrankung wird durch einen Parasiten (Myxozoa,Tetracapsuloides bryosalmonae) verursacht, und benötigt Moostierchen (Bryozoa) als zweiten Wirt. Entzündungen durch PKD entwickeln sich während des Sommers, und können mit hohen Temperaturen im Spätsommer zu Nierenversagen und entsprechenden Verlusten bei Salmoniden führen.

Arbeitssschritte

Konkret ist die Bereitstellung von praxisorientierten Lösungsansätzen für freie Gewässer und Fischzuchten sowie für die fischereifachliche Arbeit des Landes gefordert. Dafür wird im Projekt untersucht:

- wie großräumig die Krankheit in Baden-Württemberg auftritt; im Freiland als auch in ausgesuchten Fischzuchten;

- wie sich die Befallssituation bei empfänglichen Fischarten darstellt;

- ob Variationen zwischen den Jahren bestehen;

- inwieweit Wassertemperatur, Verbreitung der Moostierchen, und Erregervorkommen korrelieren;

- wie sich zukünftig die Folgen des Klimawandels auf die Dynamik der Krankheit auswirken können;

- welche Eintrags- und Verbreitungswege existieren;

- ob bei Expositionsversuchen unterschiedliche Empfänglichkeiten zwischen Erreger- und Wirts-, arten und stämmen sowie innerhalb Familien nachgewiesen werden können;

- inwieweit über Computersimulationsmodelle eine PKD-Verbreitungskarte erstellbar ist;

- welche fischereifachlichen Managementoptionen in Gewässern mit PKD-Nachweis existieren, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, und den Fischereiausübungsberechtigten ein „Leben mit der Krankheit“ zu ermöglichen.

Angewandte Methoden

1. Etablierung und Durchführung der molekulargenetischen Diagnostik (PCR, RT-qPCR);

2. Repräsentative Gewässerbeprobung (bspw. E-Fischereien, Einbau Temperatursonden);

3. Pathologische Erhebungen;

4. Ausarbeitung von Verbreitungsmodellen.

Publikationen

Ros A. (2016): PKD in Baden-Württemberg: Erreger, Verbreitung und Klimawandel. AUF AUF 2016/3, S. 20-22.

Schmidt-Posthaus H., Ros A., Hirschi R., Schneider E. (2017). Comparative study of proliferative kidney disease in grayling Thymallus thymallus and brown trout Salmo trutta fario: an exposure experiment. Dis. Aquat. Org. 123:193-203. https://doi.org/10.3354/dao03102