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Projekt
Stichlinge im Bodensee

Projektleitung

Dr. Alexander Brinker

Projektbearbeitung

Sarah Gugele

Gefördert durch

Eigenmittel

Laufzeit

Juni 2016 - Juni 2019

Hintergrund/Ziele

Mit der explosionsartigen Entwicklung des gebietsfremden dreistachligen Stichlings (Gasterosteus aculeatus) seit 2013/2014 kam neben dem Nährstoffrückgang ein weiterer Faktor hinzu, der die Bestände und den Ertrag von Felchen und Barsch im Bodensee stark negativ beeinflusst. Inzwischen machen die Stichlinge zahlenmäßig mehr als 80% des Fischbestandes im Freiwasser aus. Die Stichlinge stellen eine direkte Nahrungskonkurrenz, vor allem für Felchen, dar. Stichlinge ernähren sich aber auch von Eiern und Larven anderer Fischarten, was eine zusätzliche Gefährdung für heimische Fischarten darstellt. Eine derartige Entwicklung in einem großen, nährstoffarmen See, ist fischereibiologisch ein einzigartiger Sonderfall. Ziel des Forschungsprojektes ist die Untersuchung der Autökologie des dreistachligen Stichlings im Bodensee. Als wichtigstes Werkzeug soll eine hydroakustische Artdifferenzierung von Stichlingen gegenüber Felchen entwickelt werden, die somit eine haltbare Bestandesabschätzung ermöglicht.

Arbeitsschritte/

angewandte Methoden

Echolot-Untersuchungen mit parallelen Schleppnetzfängen dienen zur Artdifferenzierung und Bestandesabschätzung. Ein weiterer wichtiger Untersuchungspunkt sind Nahrungsanalysen, um die Nahrungskonkurrenz und den direkten Schaden durch Laichraub und Fraß der Larven abschätzen zu können. Ebenso wird die Parasitierung mit dem Bandwurm Schistocephalus solidus im Jahresverlauf untersucht. Ein weiterer Forschungspunkt ist die Untersuchung des Laichverhaltens am Bodensee-Obersee. Darüber hinaus werden Altersuntersuchungen durchgeführt um Einblicke in das Wachstum des dreistachligen Stichlings im Bodensee zu gewinnen. Auch die Möglichkeit unterschiedlicher Stichlingsformen im Bodensee wird mit geometrischer Morphometrie untersucht. Des Weiteren werden mit gezielten Stellnetzfängen im Litoral und Pelagial mögliche regionale Unterschiede bezüglich des Bestandes, der Morphometrie und des Nahrungsspektrums erhoben.