Infodienst Landwirtschaft - Ernährung - Ländlicher Raum Login  


Sie sind hier: Startseite > Fischereiforschungsstelle > Forschungsprojekte > Projekt: Wiederaufbau des Fischbestandes in der Jagst

Projekt
Wiederaufbau des Fischbestandes in der Jagst

Projektleitung

Dr. Alexander Brinker

Projektbearbeitung

Lukas Ittner

Gefördert durch

MLR

Laufzeit

September 2016 - Juni 2019

Kooperationspartner

LUBW, RP Stuttgart

Hintergrund & Ziele

Am 23. August 2015 ereignete sich ein Großbrand in der Lobenhauser Mühle an der Jagst, nahe Kirchberg im Landkreis Schwäbisch Hall. Durch die Löscharbeiten gelangte eine große Menge Ammoniumnitrat in die Jagst. Dies führte zu einem starken Anstieg von Ammoniak und Nitrit, Stoffe mit stark toxischer Wirkung auf Fische. Die Folge war ein verheerendes Fischsterben. In den ersten Tagen nach dem Schadfall wurde ca. 20 t toter Fisch geborgen. Insbesondere auf den ersten 25 km stromab der Schadstoffeinleitung gingen Artenzahl und Fischdichte dramatisch zurück – die Jagst war in diesem Bereich größtenteils fischleer. Zudem wurde die Fischgesundheit stark beeinträchtigt. Dies äußerte sich vor allem in Kiemenschädigungen und hohem Parasitierungsgrad. Das Ziel des Projektes ist die Wiederherstellung eines Jagst-typischen und gesunden Fischbestandes in den geschädigten Flussabschnitten. Darüber hinaus soll der Einfluss von Resilienzmaßnahmen auf die Fischfauna untersucht werden. Auf Grundlage der gewonnenen Daten sollen schließlich Empfehlungen für Schadfälle an anderen Fließgewässern abgeleitet werden.

Arbeitsschritte / angewandte Methoden

Der gewässertypische Fischbestand der Jagst soll durch behutsame Besatz- bzw. Umsetzaktionen gemäß Nahrungskette wieder aufgebaut werden. Dabei werden Fische aus nicht betroffenen Bereichen der Jagst entnommen und in die Schadbereiche umgesetzt. Dieses Vorgehen garantiert zum einen die Wiederansiedlung Jagst-typischer Fischarten und zum anderen einen hohen Anpassungserfolg aufgrund gleicher genetischer Voraussetzungen. Je nach Entwicklung des Fischbestandes, kann im weiteren Verlauf des Projektes der Besatz anderer Fischarten (z.B. Hecht, Aal) angedacht werden.

Die Wiederansiedlung der stark gefährdeten Nase soll über ein Nasenhilfsprogramm gefördert werden. Dabei werden laichreife Elterntiere aus der Jagst entnommen, künstlich reproduziert und die Jungfische schließlich besetzt. Die Entwicklung und der Gesundheitszustand der Fischfauna werden durch ein jährliches Monitoring im Frühjahr und Herbst evaluiert. Der Einfluss der Resilienzmaßnahmen auf die Fischfauna soll über Vorher-Nachher-Vergleiche bewertet werden. Abschließend können auf Basis der gesammelten Erfahrungen und Ergebnisse Handlungsempfehlungen erarbeitet werden. Diese können im Falle eines erneuten Unglücks angewandt werden und entscheidend zur Schadensbegrenzung beitragen.

Weitere Informationen unter...